Neue Publikation: Framing und Framing-Effekte im Kontext der OPEL-Rettung

FramingBei politischen Auseinandersetzungen geht es nur selten darum, Gegner von den eigenen Argumenten vollends zu überzeugen, so dass sie diese am Ende gar übernehmen. Stattdessen sind die eingesetzten Strategien häufig subtiler. Es wird versucht, bestimmte Aspekte, Facetten oder Dimensionen in den Vordergrund zu rücken, andere dagegen an den Rand zu schieben, um so den Gegenstand der Auseinandersetzung insgesamt in ein anderes Licht zu rücken. So auch bei der Diskussion um die Opel-Rettung 2009. Dennoch stellt sich die Frage, worum es bei dem Konflikt tatsächlich ging? Ging es in erster Linie um den Erhalt von Arbeitsplätzen an den Standorten? Ging es darum, einen weiteren Misserfolg – ähnlich wie Jahre zuvor bei der Holzmann-”Rettung” – zu verhindern? Oder um die Verschwendung von Steuergeldern? All das sind mögliche Deutungen rund um die OPEL-Rettung. Wer sich mit seinem Deutungsangebot durchsetzt, der bestimmt auch, wie die mögliche OPEL-Rettung insgesamt gesehen wird, so zumindest die These der Framing-Forschung.

Basierend auf einem Online-Experiment gehen Thorsten Faas und Harald Schoen in einem gerade erschienenen Beitrag der Frage nach, ob es dafür tatsächlich Hinweise gibt:

  • Thorsten Faas, Harald Schoen: Staatshilfe für Opel? Eine Analyse von Framing-Effekten auf der Basis eines Online-Experiments, in: Frank Marcinkowski (Hrsg.): Framing als politischer Prozess. Beiträge zum Deutungskampf in der politischen Kommunikation, Baden-Baden: Nomos 2014, S. 179–194.
Dieser Artikel wurde am 1. Mai 2014 publiziert und unter Publikationen abgelegt.