Jahrestagung des Arbeitskreises Wahlen und politische Einstellungen

akwahlen1Vom 11. bis zum 12. Juni 2015 war der Bereich Empirische Politikforschung mit zahlreichen Beiträgen auf der diesjährigen Jahrestagung „Nichtwahl und non-elektorale Formen politischer Partizipation im Spiegel der Wahl- und Einstellungsforschung“ des Arbeitskreises „Wahlen und politische Einstellungen“ der DVPW vertreten.

Am Donnerstag präsentierten Daniela Hohmann und Thorsten Faas ihren Beitrag „Ein altes Wahlkampfinstrument im neuen Glanz: Welchen Beitrag können Haustürbesuche zur Mobilisierung von Wählern leisten? Analysen aus einem Feldexperiment im Kontext der Mainzer Kommunalwahl 2014“, der sich mit dem Mobilisierungspotenzial von Haustürwahlkämpfen beschäftigte. Haustürwahlkämpfe sind hierzulande als Wahlkampftool spätestens seit der vergangenen Bundestagswahl wieder verstärkt in die öffentliche Aufmerksamkeit gerückt. Durch ihre Analysen finden sie heraus, dass sich politische Haustürbesuche für die Wählermobilisierung durchaus lohnen.

Ebenfalls am Donnerstag widmete sich Julia Range in ihrem Beitrag „Krise oder Normalisierung der Demokratie: Wer will direkte Mitsprache?“ der Frage, wer direktdemokratische Mitsprache und Bürgerbeteiligung befürwortet. Grundlage für ihre Analysen stellen die Daten des Forschungsprojekts „Bürgerbeteiligung und direkte Demokratie in Baden-Württemberg“ dar. Während es eher die politisch unzufriedenen und weniger gebildeten Teile der Bevölkerung sind, die mehr Beteiligung fordern, warnt sie vor dem Schluss, dass diese Personen ein breiteres Angebot politischer Partizipation auch tatsächlich nutzen würden.

akwahlen2Am Freitag folgte der Vortrag „Gegen den Bahnhof = für grün-rot? Eine Analyse des Wahl- und Abstimmungsverhaltens in Baden-Württemberg 2011“, welcher gemeinsam von Christina Eder (GESIS) und Thorsten Faas vorgetragen wurde. Eder und Faas zeichnen die Konfliktlinien um das Infrastrukturprojekt Stuttgart 21 nach und erörtern, welchen Einfluss dieses auf das Wahl- und Abstimmungsverhalten in Baden-Württemberg 2011 hatte.

Ebenfalls das Thema Stuttgart 21 behandelte schließlich Benjamin Sacks Beitrag „Der Effekt direkt-demokratischer Beteiligung auf Demokratiezufriedenheit und politisches Vertrauen“. In diesem untersucht er den oft unterstellten Einfluss der Teilnahme an direkt-demokratischen Entscheidungsverfahren auf die Demokratiezufriedenheit und das politische Vertrauen. Die erste Auswertung der Daten aus dem Projekt zu Stuttgart 21 zeigt, dass tatsächlich kurzfristige Effekte auf die Demokratiezufriedenheit zu finden sind, diese Effekte sich jedoch mit der Zeit abschwächen. Auf das politische Vertrauen kann kein Einfluss direkt-demokratischer Beteiligung festgestellt werden.

Dieser Artikel wurde am 23. Juni 2015 publiziert und unter Forschung, Projekte abgelegt.